1980er Jahre

Die 1980er Jahre waren für Telefunken die Zeit in der für die Tonnachbearbeitung in den Film- und Fernsehstudios ein System zur zeitrichtigen synchronen Verkoppelung verschiedener Magnetbandgeräte für elektronischen Schnitt entwickelt wurde. Es entstand das MTS 15.

Damit konnten AEG-Telefunken-Studiotonbandgeräte mit anderen Bandgeräten, also auch Video-Recordern, zeitrichtig verkoppelt (synchronisiert) werden und im Dialogverkehr von einer zentralen Dialogeinheit bedient werden. Damit war die Produktion von Videofilmen, das Nachvertonen und Synchronisieren schnell und zuverlässig möglich.

TELEFUNKEN M20 / M21 / M21R

TELEFUNKEN M20 VU

TELEFUNKEN M20 VU

Die Maschinen der Reihe M20 und M21 besaßen drei Gleichstrommotoren, die Tonwelle wurde direkt angetrieben. Sie hatten eine elektronische Bandzugregelung, die Steuerung des gesamten Geräts übernahm ein Mikroprozessor. Die M20 war dabei das am vielfältigsten einsetzbare Gerät (hier im Bild als Version „VU“ mit Aussteuerungsinstrumenten in der Brücke), die M21 war leicht „abgemagert“, was ihre Möglichkeiten betraf.

Die M21R war eine von den Möglichkeiten weiter reduzierte Maschine, gedacht als „Editoral“-Tonbandgerät, zum Abhören und zur Kontrolle in Produktions-Büros, wo weitreichende Steuerungs- und Synchronisierungsmöglichkeiten nicht notwendig waren.

Digitale Tonbandgeräte von TELEFUNKEN

Ende der 1980er Jahre wurde noch der Versuch unternommen, Geräte mit digitaler Signalverarbeitung in den Markt einzuführen: die PCM Studio-Magnetbandgeräte MX-80 und MX-80A wurden nach dem System von Mitsubishi entwickelt und gebaut.

Aber dann wurde am 1.4.1989 das Arbeitsgebiet MAGNETOPHON an die Firma Studer verkauft. Am Standort Konstanz hatte man sich auf Sortier- und Erkennungstechnik konzentriert. Das Management war der Meinung, dass die Magnetbandgeräte nicht mehr in die Produktpalette passten…

Ob die Firma Studer noch Magnetophone gebaut hat, ist dem Autor nicht bekannt wird aber für wahrscheinlich gehalten. Studer entwickelte ja noch die A816 mit deutscher Schichtlage, insbesondere für ARD-Rundfunkanstalten. Die A816 sollte eigentlich Telefunken M16 heißen und wäre der Nachfolger der legendären und in die Jahre gekommen Telefunken M15a gewesen. So hat Studer also bei der A816 das bereits von Telefunken entwickelte Laufwerk übernommen, so weit nötig angepasst und mit der Studer-eigenen Audioelektronik versehen.

Es sollte auch eine Version mit der internationaler Schichtlage von der A816 geben. Leider ist es aber nur noch zu zwei Prototypen gekommen die nicht mehr in Serie gegangen sind. Die A816 hat ca. ab dem Jahr 1992 sehr viele Telefunken Bandmaschinen in den ARD-Studios ersetzt. Deswegen ist diese Bandmaschine dort heute immer noch zu finden. So stehen einige Maschinen z.B. auch heute noch als „Backup-Medium“ in den Sendestudios beim SWR und anderen ARD-Hörfunkwellen sowie in vielen der Schallarchive des Rundfunks.

Mit ihren DASH-Recordern hatte sie Konkurrenzprodukte zu MX-80 und MX-80A. Studer hätte sich also in einem damals sehr eng gewordenen Markt selber Konkurrenz gemacht. Was Studer aber noch gemacht hat: sie haben Ersatzteile, insbesondere Tonköpfe, für die Magnetophone hergestellt.

Ab 1.7.1998 gab die Firma Studer den Ersatzteilvertrieb für AEG-Telefunken an die Firma Hilpert Tonstudiotechnik ab. Zusammen mit der Firma ES-Studioechnik von Erich Schleicher übernahm Hilpert den Service für die professionelle Audio-Elektronik der ehemaligen AEG-Telefunken (Mitteilung von Studer/Mannheim).

Die professionelle Sparte der AEG-Telefunken Magnetbandtechnik gab es damit nicht mehr.

Telefunken M21 – Error Codes / Fehlermeldungen

Mit den Geräten der letzten Generation – wie z.B. M21 – wurde dank der vollkommen digitalen Steuerung auch eine selbständige Fehlerdiagnose der Geräte möglich. Sollte das Gerät einen Fehler in der Steuerung oder anderen Modulen finden, zeigt es dies durch einen Zahlencode im Display an.

Hier die Error Codes mit den entsprechendenErklärungen für das Modell Telefunken M21:

  • 01 keine Verbindung zu BG-SB oder Kopfträger
  • 04 keine Spannung V15P auf BG-WR (Wickelmotorenregelung)
  • 08 Capstan läuft nicht oder zu langsam (müsste dann aber mit Variospeed laufen) eine Spannung (+15V -15V) fehlt
  • 10 keine Spannung V15P an BG-CR (Capstanregelung)
  • 14 Sicherung 5 oder 6 in Verbindung mit Code 04 oder 10
  • 20 Sicherung 7, 8, 9 und / oder Sich. 10 12V, 24V fehlen auf BG-LE12 / BG-RS10 an Kondensator C24 bis C27
  • 30 Fehler 10 und 20
  • 40 Schaltung D9 auf Bord BG-SB13
  • 54 Sicherung 6
  • 60 Steckverbindung X140 auf Bord BG-WR, Schaltung D20 auf BG-CR
  • 64 Sicherung 6 bei Softwarestand MB XOH
  • 70 Wickelkontrolle, wickelt zu langsam über 90 Sekunden, Sicherheitsabschaltung
  • 72 24V Schnellwickeln kritisch
  • 74 kein Kontakt / Verbindung mit Kabel X40 / X140 auf Board BG-WR
  • 76 zu hohe Umspulgeschwindigkeit, automatische Drosselung.

Ob diese Codes auch für andere Telefunken Modelle zutreffend sind, kann ich aktuell weder bestätigen noch dementieren.

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Telefunken M20

STUDER A816

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