Über uns

Die Seiten zum Thema Tonbandgeschichte wurden erstmals 2004 veröffentlicht. ChristophHier sehen Sie nun die inziwschen fünfte Version der Seite. Am Anfang stand bei uns das Interesse für Tonbandgeräte der besonderen Art. Christoph (Idee und Umsetzung) war bereits der Betreiber des STUDER und ReVox Infoportal. Dort blieb es nicht aus, dass er eines Tages auch etwas über den einzig wahren Konkurrenten der STUDER Maschinen schreiben wollte. So entstand ein kleiner Bereich zum Thema Telefunken M15A. Kurze Zeit später meldete sich Frank Stegmeier (Recherche, Infotexte und viele Bilder) bei ihm mit einigen Anregungen.

 

Innerhalb weniger Tage war wegen der Fülle des Materials und dem Wissensstand über das Thema von Frank, die Idee geboren, Frankeine eigene Seite zum Thema Telefunken (der eigentliche Erfinder des Tonbandgerätes) und der Geschichte des Tonbandes ins Leben zu rufen. Hier ist sie!

Mit von der Partie war als fachlicher Berater auch Erich Schleicher. Er war Servicetechniker für STUDER und Telefunken und hat sich mit seiner Firma ES-Studiotechnik auf die Reparatur und Wartung dieser Marken spezialisiert.

 



Aller Anfang

Thomas Alva Edison (Foto: wikipedia.de)Die Geschichte der Tonaufzeichnung auf Draht oder Band wollen wir hier nur kurz behandeln. Viele Informationen zum Thema findet man unter anderem bei Wikipedia.de.

Am 18. Juli 1877 erfindet Thomas Alva Edison den Phonographen und hört als erster Mensch eine Aufnahme seiner eigenen Stimme - das erste aufgenommene Wort war "Hello". 1878 erhält er für den Phonographen das Patent, am 5. April 1878 tritt er der Theosophischen Gesellschaft bei.

Valdemar PoulsenNur soviel: die Aufzeichnung auf Draht gab es schon seit Ende des 19. Jahrhunderts: 1889 stellte  Valdemar Poulsen sein "Telegraphon" vor. 1900 bekam er dafür den großen Preis der Pariser Weltausstellung.

Die Aufnahmen damit waren aber verrauscht, wenig tontreu, die Dynamik war unbefriedigend, und sie waren sehr leise: die Verstärkerröhre war noch nicht erfunden. Das änderte sich 1911 ein wenig, als im AEG-Konzern durch Otto von Bronck der Verstärker entwickelt wurde. Aber immer noch unbefriedigend war das hohe Gewicht des Stahldrahtes, die magnetischen Eigenschaften ließen keine befriedigende Tontreue und Dynamik zu. Wenn der Draht riss, spulte er sich durch seine Elastizität von der Rolle. Die Enden mussten nach einem Riss verschweißt werden, was bei der Wiedergabe als lautes Knacken zu hören war.

Fritz PfleumerMitte der 20er Jahre machte Fritz Pfleumer eine Erfindung, die zunächst gar nichts mit der Aufzeichnung von Schall oder dem Stahlband-Magnettonverfahren zu  tun hatte: er erfand ein neuartiges "Gold-Mundstück" für Zigaretten. Bis dahin waren die Mundstücke teuerer Zigaretten mit Blattgold belegt, die Mundstücke billiger Zigaretten wurden mit Bronzestaub beschichtet. Im Gegensatz zu Blattgold färbte aber das Bronzepulver ab: man konnte an den Fingern und Lippen eines Rauchers sehen, ob jemand teure oder billige Zigaretten rauchte. Pfleumer erfand ein Verfahren, das Bronzepulver in Kunststoff einzubetten und dann auf das Zigarettenpapier aufzubringen. Das wirkte wie Gold, die Mundstücke färbten nicht mehr ab, billige und teure Zigaretten waren äußerlich nicht mehr zu unterscheiden, und die Raucher auch nicht (jedenfalls nicht anhand verfärbter Finger).

Fritz PfleumerFritz Pfleumer suchte in der Folge nach anderen Anwendungen für sein Patent. Wie er den Bezug zu den Stahlbandgeräten fand, die damals bereits eine gewisse Verbreitung gefunden hatten, ist unbekannt. In einem Straßencafe in Paris sei ihm der Gedanke gekommen, anstelle von Stahlbändern ein dünnes, nach seiner Methode mit Stahlpartikeln beschichtetes Papierband als Tonträger zu verwenden. Das war billig, leicht, versprach eine lange Spieldauer und man konnte das Band nach Rissen wieder zusammenkleben.

 

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