Anfang der 70er Jahre wurde die M15 entwickelt, in der Logik-
Bausteine
in integrierter Technik die Steuerung übernahmen. (Aber schon bald sollte
sich zeigen, dass die Steuerung im Vergleich zur inzwischen großen Konkurrenz
der Studer A80 nicht befriedigen konnte: Es wurde eine weiterentwickelte
Version, die M15A, in den Markt eingeführt, siehe unten). Bei der M15 wurde
der Antrieb der Tonwelle geändert: als Tonmotor wurde ein kollektorloser,
elektronisch regelbarer Gleichstrommotor verwendet. Das Prinzip des indirekten
Antriebs der Tonwelle wurde beibehalten, allerdings statt des Reibrad-Getriebes
ein Gummi-Riemen verwendet. Dies bot viele Vorteile:
des
Chassis rücken, die Köpfe mussten nicht so aufwendig geschirmt werden wie
bei einem direkten Antrieb.
Neben
den bereits bekannten Vacodur-Köpfen wurde die M15 mit neu entwickelten
Ferrit-Köpfen angeboten. Das Ferrit, das man nach über 100 Versuchsproben
erhalten hatte, erreichte 99,8% der theoretisch erreichbaren Dichte, eine
Permeabilität von 2300 und eine
Abriebfestigkeit,
die erheblich über der des Vacodur lag. Dieses Ferrit wurde in Glas
eingebettet, so dass eine sehr stabile Verbindung der Teile erreicht
wurde und eine geschlossene keramische Oberfläche entstand
(Mancher mag sich jetzt an die Werbung einer Firma aus Fernost aus der Mitte
der 70-iger Jahre erinnern, in der solche Glas-Ferrit-Köpfe als das
Non-Plus-Ultra
beworben wurden).
Das Abrieb-Problem bei diesen Köpfen ist nicht der Materialabtrag, sondern
die Aufrauung der Oberfläche. Dieser Effekt war aber bei diesen Köpfen nicht
wesentlich (trotzdem scheinen sich diese Köpfe nicht durchgesetzt zu haben:
Die Maschinen, die ich kenne, sind häufiger mit Vacodur-Köpfen ausgerüstet.
Teilweise waren Maschinen von Ferrit-Köpfen auf Vacodur-Köpfe umgebaut worden.
Ich habe zwei Antworten bekommen, warum Profis offenbar Vacodur-Köpfe bevorzugt
hätten: teilweise wurde behauptet, Ferrit-Köpfe würden stärker rauschen,
teilweise wurde gesagt, dass das Übersprechen zwischen den Kanälen bzw.
Spuren das Problem sei).
Geräte
von deutscher Schichtlage zur internationalen: man brauchte dazu nur einen
Kopfträger für die internationale Schichtlage (oder man baute den vorhanden
um: alle notwendigen Bohrungen waren vorhanden, man musste nur die Köpfe
und Bandführungselemente spiegelbildlich vertauschen), und ein geändertes
Abdeckblech. die Gummiandruckrolle ließ sich umhängen, der Motor lief nach
Änderung der Anschlüsse in die Gegenrichtung.
1972 entschied die AEG-Telefunken, das Großrechnergeschäft mit der Nixdorf Computer AG weiter zu betreiben. Die Magnetband-Digital-Speicher wurden in die neue Gesellschaft Telefunken Computer GmbH eingebracht.
Nach dem Auszug der Magentband-Digital-Speicher entstand im Bereich der
Studiomagnetophone
ein neues Basisgerät: das M15A-Mehrspur. Die M 15A erhielt neben
einer verbesserten Laufwerkselektronik, die insbesondere eine besseres Nachsteuerung
des Tonwellenantriebs möglich machte (was die Vorraussetzung für die Synchronisierung
von Maschinen ist) neue, rauscharme Verstärker mit funktionsabhängiger Steuerung,
die ein knackfreies Einsetzen von Aufnahmen oder Zuschalten von Spuren möglich
machten. Der mechanische Aufbau blieb im Vergleich zur M15 im wesentlichen
unverändert. Äußerlich kann man M15 und 1/4`` M15 A nur an drei Dingen
auseinander halten:
Die M15A und die M15A-Mehrspur wurden zu den erfolgreichsten Magnetophonen überhaupt.
Parallel
zu den "großen" Studio-Magnetophonen wurden in Konstanz die semiprofessionellen
Geräte entwickelt und gebaut: M23, M24, M28. Diese Geräte waren eher
für kleinere Studios, als Zuspielgeräte in Theatern, oder auch für Tonband-Enthusiasten
gedacht. Diese Produktlinie wurde 1973 eingestellt.