In dem hier angebotenen Originalton kann man eines der ersten AEG Magnetophone von 1935 hören. Die Bandgeschwindigkeit lag damals noch bei 1 Meter pro Sekunde. Das Beispiel zeigt sehr gut das Problem des Rauschens auf...
In diesen beiden Originaltönen aus einem alten Radiointerview berichtet der Physiker Dr. Hans Joachim von Braunmühl über die zufällige Entdeckung der Hochfrequenzvormagnetisierung von ihm und Dr. Walter Weber...
Nach der Entdeckung der HF-Vormagnetisierung, klangen die Aufnahmen mit dem Magnetophon schon viel besser. Dies zeigt eine kurze Aufnahme aus dem Jahre 1940 mit dem Schauspieler Heinrich George.
Bei allen technischen Vorzügen die das Magnetophon 1935 schon hatte, wurde eines immer noch als störend empfunden: das allgemeine Grundrauschen gegen das scheinbar nichts helfen konnte. Grund dafür war unter anderem die fehlende Hochfrequenzvormagnetisierung. Sie wurde in einem Labor des deutschen Rundfunks von den beiden Physikern Dr. Hans Joachim von Braunmühl und Dr. Walter Weber im Jahre 1940 eigentlich nur zufällig entdeckt (vgl. Originaltöne).
Mit Wirkung vom 28. Juli 1940 wurde den beiden Physikern Dr. von Braunmühl und Dr. Weber vom Berliner Patentamt unter der Nummer 743411 das Patent für die Hochfrequenz- vormagnetisierung erteilt.
Trotz des Krieges kam die Weiterentwicklung des Tonbandes und des Magnetophons nicht zum Stillstand. So entstand damals auch das erste kleine Funkreportergerät mit Federwerkantrieb und einer Bandgeschwindigkeit von 19 cm/s. Damals wurde diese spätere Standardgeschwindigkeit übrigens nicht mal von Fachleuten für möglich gehalten.
Das Kriegsende führte dann aber doch zum vorläufigen Aus der deutschen Magnettonentwicklung. Die einrückenden Siegermächte staunten wohl nicht schlecht als sie in einem der deutschen Rundfunkstudios ein Magnetophon vorfanden von denen sie bis dahin noch nichts gehört oder gesehen hatten. Da das Magnetophon von den verantwortlichen der Besatzungstruppen aber als absolut "zivil" angesehen wurde, konnte man bei der AEG schon bald mit neuen Entwicklungen beginnen.
1946
fanden sich einige Mitarbeiter der AEG zusammen, und begannen in der Kanalstraße
in Hamburg mit der Entwicklung eines neuen Magnetophons, des T8.
In Zusammenarbeit mit dem
Institut für Rundfunktechnik in Hamburg entstanden die Geräte T8,
dann T9 und T10. Die T10 wurde später umbenannt in M10. Das M steht
für MAGNETOPHON und wurde von nun an für alle Tonbandgeräte verwendet.
Aus vielen Ländern kamen Kommissionen, um sich die Geräte zeigen und Unterlagen aushändigen zu lassen... Der ausländische Patentbesitz, bestehend aus mehreren Hundert Patenten, war verloren. In Amerika, England, Frankreich, Holland und der Schweiz wurde mit dem Bau von Tonbandgeräten begonnen.
In den folgenden Jahren wurden zunächst Geräte für den zivilen
Einsatz, im wesentlichen für Aufzeichnung von Sprache, entwickelt. Für
die Aufzeichnung von Musik eignete sich das Verfahren nicht besonders:
das Grundrauschen war bis zur Entdeckung der
Hochfrequenzvormagnetisierung zu störend. Aus den uns bekannten Gründen wurden
dann auch zunehmend Geräte zum Abhören des Funkverkehrs gebaut, zum Gebrauch
an der Front, als Tornister-Aufnahme-Geräte.
Die AEG übergab zur Verbesserung der Bänder nach einigen Versuchen die weitere Entwicklung an die
BASF, damals ein Teil der IG Farben. Die BASF wurde zur gleichen
Zeit wie Eduard Schüller beauftragt Versuche zur Herstellung von
"magnetischen Filmbändern" zu starten. Geheimrat Bücher,
Vorstandsvorsitzender der AEG, hatte damals den Vorstandsvorsitzenden
der IG Farben,
Geheimrat Bosch, dazu gebracht.
Die Techniker der BASF verwendeten schließlich einen Film aus Acetylcellulose,
das wesentlich fester war als
Papier,
als Trägermaterial. Auf diesem Film wurde ein dünner Lack verstrichen,
der kein metallisches Stahlpulver, sondern magnetisierbares Eisenoxid
enthielt (deshalb auch die braune Farbe des Bandes). Das so hergestellte
Band war nur noch 0,050 Millimeter dick, also etwa so dick wie heute noch
gebräuchliches Studio-Bandmaterial, z.B. EMTEC PER 528.