Über uns

Die Seiten zum Thema Tonbandgeschichte wurden erstmals 2004 veröffentlicht. ChristophHier sehen Sie nun die inziwschen fünfte Version der Seite. Am Anfang stand bei uns das Interesse für Tonbandgeräte der besonderen Art. Christoph (Idee und Umsetzung) war bereits der Betreiber des STUDER und ReVox Infoportal. Dort blieb es nicht aus, dass er eines Tages auch etwas über den einzig wahren Konkurrenten der STUDER Maschinen schreiben wollte. So entstand ein kleiner Bereich zum Thema Telefunken M15A. Kurze Zeit später meldete sich Frank Stegmeier (Recherche, Infotexte und viele Bilder) bei ihm mit einigen Anregungen.

 

Innerhalb weniger Tage war wegen der Fülle des Materials und dem Wissensstand über das Thema von Frank, die Idee geboren, Frankeine eigene Seite zum Thema Telefunken (der eigentliche Erfinder des Tonbandgerätes) und der Geschichte des Tonbandes ins Leben zu rufen. Hier ist sie!

Mit von der Partie war als fachlicher Berater auch Erich Schleicher. Er war Servicetechniker für STUDER und Telefunken und hat sich mit seiner Firma ES-Studiotechnik auf die Reparatur und Wartung dieser Marken spezialisiert.

 



Die 1930er Jahre

Trotz der starken Konkurrenz der damals schon qualitativ hochwertigen Aufzeichnung auf Schallplatten, verfolgte Fritz Pfleumer seine Gedanken weiter. Anfang der 30er Jahre durfte er seine Erfindung dann der AEG vorstellen.

Fritz PfleumerEines Tages saß Fritz Pfleumer nach eigenen Aussagen bei einem Kaffe auf dem Boulevard in Paris und grübelte über weitere Verwendungen seines neuen Metallfilmes nach den er entwickelt hatte. Waren  es die alten Erinnerungen an Physikbücher oder ein Aufsatz über das damals von Kurt Stiller propagierte Stahlband-Tonaufnahmegerät die ihm in den Sinn kamen? Niemand weiß das natürlich heute genau. Auf alle Fälle kam ihm aber hier die Idee, anstelle des Stahlbandes ein dünnes Papierband mit entsprechendem Stahlpulverbelag zu verwenden. Pfleumer verfolgte diesen Gedanken mit zäher Energie. Obgleich sich die Entwicklung der Schallplatte und des Tonfilms damals im steilen Aufstieg befand... Er lies aber nicht locker, denn ein solches Band versprach eine lange Spieldauer und war billiger herzustellen.
 
So kam es im Jahre 1932 zum Abschluss eines Vertrages zwischen Pfleumer und der AEG. Die Hoffnung in kurzer Zeit ein verkaufsfähiges Gerät mit den Papierbandmagnetbändern von Pfleumer zu produzieren, erwies sich vorerst als falsch. Die damals schlechte Wirtschaftslage erlaubte einfach nicht den Einsatz größerer Geldmengen für die Entwicklung.
 
Eduard SchüllerAber da war noch der damalige Vorstandsvorsitzende der AEG, Geheimrat Bücher. Dieser war von der Magnetbandidee so begeistert, dass er das ganze Ansehen seiner Person zum Einsatz brachte, um dieses Projekt nicht zum Stillstand kommen zu lassen.

Seiner Unterstützung ist es zu verdanken, das auch in späteren schwierigen Zeiten, die Entwicklung niemals abgebrochen wurde.

Durch seine gute Bekanntschaft zum Geheimrat Bosch, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden der IG Farben, konnte er die Badische Anilin und Soda Fabrik (BASF) dazu bewegen, Versuche zur Herstellung magnetischer Filmbänder zu anzustellen. Gleichzeitig beauftragte die AEG den jungen Diplom Ingenieur Eduard Schüller mit der Entwicklung eines entsprechende Aufnahme- und Abspielgerätes. Eduard Schüller kam gerade von der Hochschule und war am Heinrich Hertz Institut beschäftigt.

Er wurde deshalb ausgewählt, weil der Titel seiner Diplomarbeit  lautete: "Untersuchungen von Stahlbändern für magnetische Tonaufzeichnung". Bei den Stahldraht-Geräten wurde dieser Stahldraht zwischen zwei scharf zugespitzten Polen eines Elektromagneten hindurch gezogen. Mit den mit Eisenpulver beschichteten Papierbändern ging das schlecht: die wurden beschädigt, oder rissen auseinander.

Die wesentliche Erfindung, die dieses Problem behob, war die Erfindung des Ringkopfes (vgl. Originalton) von Eduard Schüller. An diesem Ringkopf wurde das Tonband vorbeigezogen, und damit die mechanische Beanspruchung des Tonbandes minimiert. Außerdem hatte der Ringkopf weitere Vorteile: Bei der Anordnung miteinander gegenüberliegenden spitzen Polen lassen sich magnetische Streufelder nicht vermeiden. Sie" verschmieren" die Aufzeichnung. Beim Ringkopf  wird dieses Streufeld genutzt: mit diesem Streufeld wird das Signal aufgezeichnet oder wieder abgelesen. Dieses Prinzip gilt bis heute bei der magnetischen Aufzeichnung eines Signals.

Das erste 'Magnetophon' 1935Damit konnte dann das erste Magnetophon gebaut werden, das die AEG 1935 auf der Berliner Funkausstellung vorstellte.

 

 

 

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